Nach einer langen Fahrt von Hamburg ins schwäbische Villingen-Schwenningen machen wir uns am Samstag Früh auf den Weg zu den Deutschen Meisterschaften der Transplantierten und Dialysepatienten. Diese Meisterschaften werden zum 33. Mal vom Verein Transdia e.V. veranstaltet.
Es ist ein sonniger Morgen, und als wir am Waldeck-Stadion ankommen, startet gerade der 100 Meter-Lauf, an dem auch der 21-jährige Nicolai teilnimmt. Der 100-Meter Lauf ist neben Weitsprung, 1500-Meter Lauf oder auch Volleyball eine von mehreren Disziplinen bei den Meisterschaften. Nic, wie ihn seine Freunde nennen, studiert in Freiburg Englisch auf Lehramt. Nach einem angeborenen Herzfehler, bekam er zunächst einen Herzschrittmacher und dann vor drei Jahren ein neues Herz. Wir schauen staunend zu, wie schnell er unterwegs ist. Da ist nix von irgendeiner Einschränkung zu sehen. Nach dem Lauf lernen wir uns näher kennen. Nic ist ein sehr aufgeschlossener und sympathischer Mensch, und er wird auf den Meisterschaften von seiner Familie und vielen Freunden begleitet.
Nic erzählt mir, wie er ziemlich plötzlich auf die Warteliste für ein Spenderherz kam und nach nur zwei Wochen Wartezeit ein neues Herz bekam. Für ihn ist es etwas ganz besonderes hier auf den Meisterschaften Sport machen zu können, nachdem er vor der Transplantation nicht einmal mehr selbst zur Zimmertür laufen konnte. Und heute? Nic plant, mit seiner Freundin ins Ausland zu gehen und würde gerne auch bei den Weltmeisterschaften der Transplantierten teilnehmen. Die Chancen dafür stehen ziemlich gut, denn immerhin hat er auf den Meisterschaften in Villingen-Schwenningen zwei Goldmedaillien gewinnen können – eine davon im 100-Meter und die andere im 1500-Meter Lauf.
Von Mensch zu Mensch - Folge 3 // Alex und ihr neues Herz
14. Mai 2012
Hier könnt ihr euch die dritte Folge anschauen. Wir waren in Trier und Flo Bauer nahm im Rahmen der “Heilig Rock” Wallfahrt am Jugendgottesdienst teil, es gab eine Diskussionsrunde und einige Aktionen der Jugendlichen vor Ort zum Thema Organspende.
Wir haben in Trier die sechzehnjährige Alexandra kenngelernt, die vor einem knappen Jahr ein neues Herz bekommen hat. Sie hatte Pfeiffersches Drüsenfieber und erzählt uns davon, wie sie die Wartezeit erlebt hat, wie ihre Freunde damit umgegangen sind und wie sie es geschafft hat, nur drei Monate in der Schule zu fehlen.
Danach hat Flo noch ein Konzert gespielt und zwar zusammen mit Deniz und DJ Fanic direkt vor dem Altar. Was für eine Akustik!
5. Drehtag: Von Mensch zu Mensch macht Halt im Bundesrat
13. Mai 2012
Berlin. Wir checken im Bundesrat ein, höchste Sicherheitsstufe – der Bundesrat hat Tag der offenen Tür, und wir haben dort ein volles Programm. Der Tag steht unter dem Motto „Bayern“. Dementsprechend gibt es neben den bekannten Biersorten auch Frauen im Dirndl und Männer in Lederhosn und jede Menge bayrische Musik auf der Bühne vor dem Bundesrat. Dort treten wir auch zweimal im Laufe des Tages auf und informieren gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse über das Thema Organspende. Nach dem ersten Live-Auftritt treffe ich den Bundesratspräsidenten Horst Seehofer, und unterhalte mich mit ihm über Organspende. Er betont, dass ihm das Thema sehr am Herzen liegt, und er ja auch als damaliger Gesundheitsminister das Transplantationsgesetz 1997 auf den Weg gebracht hatte.
Anschließend treffe ich auf Oliver Fischer. Der 41-jährige hat eine Radtour von Hannover nach Berlin gemacht, um über Organspende zu informieren. Er ist wie ich hauptberuflicher Musiker. Das macht mich alles natürlich neugierig, und wir kommen schnell ins Gespräch. Oliver erzählt mir, dass er zwei Kinder verloren hat, die beide von Geburt an nierenkrank waren. Auf seinem T-Shirt stehen die Namen der beiden Kinder: Zamia und John Luca. John Luca starb dieses Jahr im Alter von 15 Monaten – er war schon auf der Warteliste für eine Spenderniere. Seine Tochter Zamia starb 2009. Eigentlich wollte Olli ursprünglich heute zusammen mit John Luca in Berlin ankommen. So hatte er es geplant, bevor sein Sohn verstarb. Auch wenn es hart für ihn war, beschloss Olli die Reise trotzdem zu machen. Ich erlebe Olli als aufgeschlossenen und sympathischen Menschen, der auf bewundernswerte Art und Weise erzählt und sich für das Thema Organspende einsetzt. Jeder soll von seiner Geschichte hören, und er hat keine Angst dabei Emotionen zu zeigen.
Am Abend machen wir uns wieder auf den Weg nach Hamburg und unterhalten uns lange über Ollis Geschichte, die uns bedrückt und zum Nachdenken bringt. Den Film zu diesem Tag gibt es bald hier zu sehen.